Handwerker-Apps im Überblick: sieben Aufgaben fürs Telefon
Welche Handwerker-Apps ein Betrieb braucht, nach Aufgaben statt nach Anbietern: Zeiten, Aufmaß, Bautagebuch, Rechnung, Plantafel, Nachrichten — und die Proben vor der Entscheidung.
Zirko RedaktionVeröffentlicht: 6 Min. Lesezeit

Inhalt
Eine Handwerker-App ist keine Produktkategorie, sondern eine Aufgabe, die vom Schreibtisch aufs Telefon wandert. Sieben solcher Aufgaben gibt es in fast jedem Betrieb: Zeiten, Aufmaß, Bautagebuch mit Fotos, Angebot und Rechnung, Einsatzplanung, Nachrichten zur Baustelle und Eingangsrechnungen. Welche App die richtige ist, entscheidet weniger ihr Funktionsumfang als eine einzige Frage: Kommt, was draußen erfasst wird, im Büro an, ohne dass es jemand abtippt?
Dieser Überblick ordnet deshalb nach Aufgaben, nicht nach Anbietern. Zu jeder steht, wofür du sie brauchst, worauf es ankommt und wo das Gesetz mitredet.
Die Frage vor jeder App: Wer tippt abends ab?
Der übliche Weg in einem kleinen Betrieb ist eine Messenger-Gruppe für die Fotos, ein Zettel für die Stunden, eine Tabelle für das Aufmaß und ein Rechnungsprogramm im Büro. Jede dieser Lösungen funktioniert für sich. Die Arbeit entsteht dazwischen: Die Stunden werden vom Zettel in die Lohnabrechnung übertragen, die Mengen aus der Tabelle in die Rechnung, die Fotos aus der Gruppe in einen Ordner.
Darum zuerst eine Probe mit dem letzten echten Auftrag: Wie oft wurde dieselbe Zahl zweimal eingegeben? Jede dieser Stellen ist eine Stelle, an der eine App etwas gewinnt — und eine Stelle, an der zwei getrennte Apps nichts ändern.
1. Arbeitszeit erfassen
Wofür: Lohn, Nachweis gegenüber dem Kunden, Nachkalkulation. Was das Gesetz sagt: Arbeitgeber müssen Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit erfassen — so das Bundesarbeitsgericht am 13. September 2022 (1 ABR 22/21). Eine bestimmte Form schreibt das Urteil nicht vor. Im Baugewerbe gelten zusätzlich eigene Aufzeichnungspflichten mit kurzer Frist; welche zwei Pflichten dabei ständig verwechselt werden, steht in Zeiterfassung im Handwerk: zwei Pflichten, die verwechselt werden.
Worauf es ankommt: Die Zeit wird am selben Tag auf der Baustelle erfasst, nicht am Freitag im Büro. Urlaub, Krankheit, Fahrt und Schlechtwetter sind eigene Arten und keine Notiz. Und eine abgerechnete Stunde darf nicht ein zweites Mal auf eine Rechnung können.
Zirko führt zwölf Zeitarten von Arbeits- und Fahrtzeit bis Schlechtwetter, erfasst wird mobil. Eine Stempeluhr mit Standortprüfung gibt es dagegen nicht.
2. Aufmaß nehmen
Wofür: die Menge, die auf der Rechnung steht. Worauf es ankommt: Die Rechnung hinter der Zahl bleibt sichtbar. 38,4-2*(1,26*1,51) sagt in einem Jahr noch, wie die 34,59 Quadratmeter Wandfläche ohne zwei Fenster entstanden sind — eine nackte 34,59 sagt es nicht. Und die Menge vom Telefon sollte ohne Abtippen in die Position gehen.
Die Rechenregeln selbst stehen nicht in der App, sondern im Vertrag: Beim VOB-Vertrag regelt die jeweilige Norm der VOB/C, was übermessen und was abgezogen wird. Mehr dazu in Aufmaß erstellen: die Rechenregeln stehen in der VOB/C.
In Zirko steht die Maßkette in der Position und wird auf dem Server beim Speichern noch einmal nachgerechnet. Einen Laserdistanzmesser kann Zirko nicht anbinden, und fremde Aufmaßdateien nach REB liest es nicht ein.
3. Bautagebuch und Fotos
Wofür: der Nachweis, was an welchem Tag auf der Baustelle los war — Wetter, Personal, Behinderungen, Bedenken. Spätestens bei einer Mängelrüge zählt, was festgehalten ist. Worauf es ankommt: eigene Vorlagen statt eines starren Formulars, Fotos am Bericht statt in einer Chatgruppe, und eine Unterschrift des Kunden auf dem Gerät. Was täglich hineingehört, steht in Bautagebuch führen: Pflicht, Inhalt, Vorlage.
4. Angebot und Rechnung
Wofür: das Geld. Was das Gesetz sagt: Rechnungen an Geschäftskunden werden zur E-Rechnung. Empfangen müssen alle Betriebe sie seit dem 1. Januar 2025; ausstellen müssen sie Betriebe mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz ab 2027, alle übrigen ab 2028 (§ 27 Abs. 38 UStG). Für welchen Kunden das gilt, klärt E-Rechnungspflicht: Privatkunde, Bauherr oder Generalunternehmer?. Eine ausgestellte Rechnung ist außerdem ein Buchungsbeleg und acht Jahre aufzubewahren (§ 147 Abs. 3 AO) — eine App, die eine fertige Rechnung nachträglich ändern lässt, hilft dir dabei nicht.
Worauf es ankommt: XRechnung und ZUGFeRD aus demselben Beleg, eine lückenlose Nummernfolge, Abschläge, die in der Schlussrechnung verrechnet werden, und Korrektur über Storno statt Überschreiben.
Zirko erzeugt in Deutschland XRechnung, ZUGFeRD und Peppol BIS, aus vierzehn Belegarten in einem Editor; ein fertiger Beleg ist unveränderbar. Wie das im Einzelnen aussieht, zeigt die Seite Auftragsdokumente.
5. Einsatzplanung
Wofür: Wer ist morgen wo? Worauf es ankommt: Urlaub, Krankheit und Feiertage stehen schon auf der Tafel, bevor geplant wird, und der Monteur sieht seinen Einsatz mit Adresse auf dem Telefon. Routen optimieren oder Baustellen auf einer Karte zeigen ist eine andere Aufgabe — und Zirko kann sie nicht.
6. Nachrichten zur Baustelle
Wofür: die Frage vom Gerüst, das Foto vom Schaden, die Rückmeldung an das Büro. Was das Gesetz sagt: Wer Kundendaten und Baustellenfotos über eine App laufen lässt, gibt sie einem Dienstleister, der sie in deinem Auftrag verarbeitet — dafür verlangt Art. 28 Abs. 3 DSGVO einen Vertrag. Worauf es ankommt: Die Nachricht hängt am Auftrag, nicht am privaten Telefon eines Mitarbeiters, der nächstes Jahr woanders arbeitet. Und sie geht im Funkloch nicht verloren.
In Zirko hängt jeder Verlauf an einem Projekt; einen Einzelchat ohne Auftrag gibt es nicht, und Kunden haben keinen Zugang.
7. Eingangsrechnungen
Wofür: Lieferantenrechnungen, die dem Auftrag zugeordnet werden, damit die Nachkalkulation weiß, was er gekostet hat. Worauf es ankommt: Eine E-Rechnung wird aus dem XML übernommen statt abgetippt, und eine geprüfte Rechnung landet am richtigen Projekt.
Und der Telefonassistent?
Eine achte Kategorie wirbt gerade laut: der KI-Telefonassistent, der Anrufe annimmt. Plancraft und HERO etwa bewarben ihn am 15. August 2026 beide auf ihren Seiten, unter den Namen PORTA und HERO Voice. Zirko hat keinen, und das bleibt so — in Zirko arbeitet kein Sprachmodell, die Automatisierung folgt festen Regeln.
Die Probe vor der Entscheidung
Ein Testzugang zeigt wenig, wenn man ihn mit erfundenen Daten füllt. Nimm einen echten Auftrag der letzten Woche und spiel ihn durch:
| Probe | So prüfst du es | Warum |
|---|---|---|
| Funkloch | Flugmodus an, eine Stunde und ein Foto erfassen, Flugmodus aus | Auf der Baustelle ist das der Normalfall |
| Neustart ohne Netz | im Flugmodus die App schließen und neu öffnen | manche Apps starten dann gar nicht |
| Rollen | als Monteur anmelden: Siehst du Preise, die du nicht sehen sollst? | Einkaufspreise gehören nicht aufs Baustellentelefon |
| Abtippen | die Stunde und die Menge bis in die Rechnung verfolgen | jede Übergabe von Hand ist eine Fehlerquelle |
| Ausstieg | den Export ansehen: Bekommst du Belege, Zeiten und Kunden wieder heraus? | Buchungsbelege bewahrst du acht Jahre auf (§ 147 Abs. 3 AO), auch nach einem Wechsel |
Stand: 4. Oktober 2026. Die Fristen zur E-Rechnung stehen in § 27 Abs. 38 UStG und können sich durch Gesetzesänderungen noch verschieben; maßgeblich ist die Fassung zum Zeitpunkt der Rechnung. Eine gesetzliche Form der Arbeitszeiterfassung gibt es bisher nicht — kommt sie, ändert sich die Frage aus Abschnitt 1.
Was Zirko hier tut: Zeiten, Aufmaß, Bautagesberichte mit Unterschrift, Angebote und Rechnungen, Plantafel, Projektchat und Eingangsrechnungen laufen in einer Anwendung — im Büro im Browser, auf der Baustelle auf iPhone und Android, mit denselben Daten. Zeiten und Nachrichten lassen sich im Funkloch erfassen, solange die App offen ist; wer sie ohne Empfang neu startet, sieht einen Hinweis statt der Oberfläche. Plantafel, Nachkalkulation und Eingangsrechnungen sind nicht in jedem Paket enthalten, welche, steht auf der Preisseite. Was Zirko nicht tut: Anrufe annehmen, Routen planen, einen Laserdistanzmesser anbinden oder ein Lager führen. Was die App auf der Baustelle kann, zeigt die Seite Handwerker-App.
Häufige Fragen
Ist eine App für alles besser als mehrere einzelne Apps?
Nicht automatisch. Einzelne Apps sind oft stärker in ihrer einen Aufgabe. Eine gemeinsame Lösung spart dafür jede Übergabe: Die Stunde aus der Zeiterfassung, die Menge aus dem Aufmaß und das Foto aus dem Bautagebuch landen am selben Auftrag und in derselben Rechnung. Wer drei Apps nutzt und abends trotzdem abtippt, hat drei Apps und dieselbe Arbeit.
Muss ich die Arbeitszeit meiner Mitarbeiter digital erfassen?
Erfassen musst du sie, digital vorgeschrieben ist es bisher nicht. Das Bundesarbeitsgericht hat am 13. September 2022 entschieden, dass Arbeitgeber Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit erfassen müssen (1 ABR 22/21). In welcher Form, legt das Urteil nicht fest. Eine App macht die Erfassung am selben Tag einfacher als der Zettel, der am Freitag ins Büro kommt.
Ab wann brauche ich ein Rechnungsprogramm, das E-Rechnungen kann?
Empfangen müssen alle Betriebe E-Rechnungen von Geschäftskunden schon seit dem 1. Januar 2025. Ausstellen müssen sie Betriebe mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz ab 2027, alle übrigen ab 2028 (§ 27 Abs. 38 UStG). Ein PDF ist keine E-Rechnung — gemeint ist ein strukturiertes Format wie XRechnung oder ZUGFeRD.
Darf ich Kundendaten und Baustellenfotos in einer App speichern?
Ja, aber der Anbieter der App verarbeitet sie dann in deinem Auftrag. Dafür verlangt Art. 28 Abs. 3 DSGVO einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung; für Fotos, auf denen Menschen zu erkennen sind, brauchst du außerdem eine eigene Rechtsgrundlage. Frag vor dem Start danach, wo die Daten liegen und wie du sie wieder herausbekommst.
Was sollte eine Handwerker-App ohne Netz können?
Mindestens das, was auf der Baustelle entsteht: Zeiten, Nachrichten und Fotos müssen sich im Funkloch erfassen lassen und gehen raus, sobald wieder Empfang da ist. Prüfe auch, was beim Neustart ohne Netz passiert — manche Apps öffnen dann gar nicht.
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Zirko startet Ende 2026. Bis dahin kannst du eine frühe Testfassung ausprobieren — trag dich ein, bestätige deine Adresse, und du bist sofort drin. Zum Start kommt noch eine Mail, mehr nicht.
Verfügbar ab Ende 2026
Weiterlesen
- Aufmaß erstellen: die Rechenregeln stehen in der VOB/C
Wie viel du abrechnen darfst, entscheidet nicht der Zollstock, sondern Abschnitt 5 der ATV deines Gewerks — und die ist über § 1 Abs. 1 VOB/B Vertragsbestandteil.
- GoBD: was sie verlangen — und was seit Juli 2025 wegfällt
Buchungsbelege sind acht Jahre aufzubewahren, nicht zehn (§ 147 Abs. 3 AO) — und seit dem BMF-Schreiben vom 14. Juli 2025 musst du das PDF der Ausgangsrechnung nicht mehr speichern.
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- Angebot schreiben als Handwerker: Muster zum Übernehmen
Ein Muster für das Angebot vom Handwerker, Zeile für Zeile: Kopf, Positionen, 19 % USt, Bindefrist — und wie der Preis aus Aufmaß und Zuschlag je Kostenart entsteht.
Quellen
- Bundesarbeitsgericht, Beschluss vom 13. September 2022 — 1 ABR 22/21: Pflicht zur Erfassung der Arbeitszeit (geprüft: 4. Oktober 2026)
- § 27 UStG — Allgemeine Übergangsvorschriften, Absatz 38 zur E-Rechnung (geprüft: 4. Oktober 2026)
- § 147 AO — Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen, Absatz 3 zu den Fristen (geprüft: 4. Oktober 2026)
- Verordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 28 — Auftragsverarbeiter (geprüft: 4. Oktober 2026)