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QR-Rechnung erstellen: IBAN, QR-IBAN und die richtige Referenz

Seit dem 1. Oktober 2022 gibt es nur noch die QR-Rechnung. Welche Referenz zu welchem Konto gehört und was die strukturierte Adresse bedeutet, die seit November 2025 Pflicht ist.

Zirko RedaktionVeröffentlicht: Aktualisiert: 5 Min. Lesezeit

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Ein Elektriker in Winterthur stellt seine Schlussrechnung mit einer Vorlage, die er vor drei Jahren einmal eingerichtet hat. Die Banking-App des Kunden scannt den Code, zeigt aber nichts an — kein Betrag, keine Referenz, nur eine Fehlermeldung. Die Vorlage stammt noch aus der Zeit vor der QR-Rechnung, und seit dem 1. Oktober 2022 gibt es in der Schweiz keinen anderen Weg mehr, eine Rechnung mit Zahlteil auszustellen. Die roten und orangen Einzahlungsscheine sind Geschichte; wer noch eine alte Vorlage benutzt, verschickt einen Zahlteil, den keine Bank mehr verarbeitet.

Der Zahlteil ist ein Code, kein Formular

Die QR-Rechnung besteht aus einem sichtbaren Zahlteil und einem QR-Code, der dieselben Angaben maschinenlesbar trägt — dem „Swiss QR Code“ (Swiss Payments Code, SPC). Darin stecken IBAN oder QR-IBAN, Empfänger, Betrag, Währung, Referenz und eine kurze Mitteilung, als reine Textzeilen hintereinander, geregelt in den Implementation Guidelines von SIX Interbank Clearing. Eine Banking-App liest diese Zeilen und füllt daraus den Zahlungsauftrag — das ist der ganze Zweck, und genau deshalb reicht ein optisch ähnlicher, aber technisch falscher Code nicht.

QR-IBAN oder gewöhnliche IBAN — das entscheidet die Referenz

Nicht jedes Konto trägt dieselbe Referenzart, und das ist der Punkt, an dem selbstgebaute Vorlagen am häufigsten scheitern:

KontoartErkennbar anPflicht-ReferenzZulässige Währung
QR-IBANIID (Stelle 5–9) zwischen 30000 und 31999QR-Referenz, 27-stellig, mit Prüfziffernur CHF
Gewöhnliche IBANjede andere IIDCreditor Reference (ISO 11649, „RF…“) oder keineCHF oder EUR

Eine QR-IBAN verlangt die QR-Referenz — ohne sie ist der Code ungültig. Eine gewöhnliche IBAN nimmt entweder die international genormte Creditor Reference oder verzichtet ganz auf eine strukturierte Referenz und trägt die Rechnungsnummer stattdessen als Text in der Mitteilung. Wer die beiden Kontoarten vertauscht — etwa eine QR-Referenz auf eine gewöhnliche IBAN schreibt —, erzeugt einen Code, den die Bank des Kunden zurückweist.

Woher die Prüfziffer kommt

Die 27-stellige QR-Referenz ist kein Zufallscode. Ihre letzte Stelle ist eine Prüfziffer, berechnet aus den 26 Kernziffern nach einem rekursiven Modulo-10-Verfahren (Anhang B der Implementation Guidelines) — demselben Prinzip, das bei falsch abgetippten Referenznummern eine Zahlung sofort als ungültig erkennbar macht. In der Praxis reicht es, die Ziffern der eigenen Belegnummer links mit Nullen aufzufüllen; die Prüfziffer folgt daraus automatisch. Von Hand nachgerechnet ist das fehleranfällig — ein Grund, warum eine Rechnung mit Zahlteil aus einem Programm kommen sollte, das die Prüfziffer selbst berechnet, statt sie abzutippen.

Die strukturierte Adresse — seit dem 21. November 2025 Pflicht

Bis vor Kurzem ließen die Implementation Guidelines zwei Adressformen zu: eine kombinierte Adresse (Adress-Typ „K“, mit Straße und Hausnummer in einer Zeile) und eine strukturierte Adresse (Adress-Typ „S“, mit getrennten Feldern). Seit dem 21. November 2025 gilt nur noch die strukturierte Form — Version 2.4 der Implementation Guidelines (24.02.2026) führt in ihrer Feldtabelle ausschließlich den Typ „S“.

Version 2.4 der Implementation Guidelines schreibt für den Adress-Typ nur noch den Wert „S“ vor; kombinierte Adressen sind seit dem 21. November 2025 nicht mehr zugelassen.

Für die Praxis heißt das: Straße und Hausnummer, Postleitzahl und Ort stehen als getrennte Felder im Code — nicht mehr als eine zusammengeschriebene Zeile. Ein Rechnungsprogramm, das diese Trennung nicht vornimmt, erzeugt einen Code, den die Bank ablehnt. Parallel dazu wird die strukturierte Adresse ab dem 14. November 2026 auch im übrigen Zahlungsverkehr verbindlich, im Zuge der Umstellung auf den internationalen ISO-20022-Standard — für die QR-Rechnung selbst gilt die Umstellung aber, wie oben, bereits seit November 2025.

Der Fall, den die meisten übersehen: Euro-Rechnung auf Schweizer Konto

Die Weiche zwischen QR-Rechnung und europäischem Zahlungscode (EPC, bekannt als GiroCode) entscheidet sich am Land der IBAN — nicht an der Währung der Rechnung. Eine Rechnung in Euro auf ein Schweizer oder liechtensteinisches Konto wird zur QR-Rechnung, weil eine gewöhnliche CH/LI-IBAN sowohl CHF als auch EUR zulässt. Umgekehrt kann eine Rechnung in Franken auf ein deutsches Konto keinen Zahlteil-Code tragen: Der europäische EPC-Code kennt nur Euro, und die QR-Rechnung nur CH/LI-Konten. In diesem Fall bleibt nur eine Rechnung ohne maschinenlesbaren Zahlteil, mit den Zahlungsangaben als reinem Text.

Ein Handwerksbetrieb mit Kunden im grenznahen Ausland trifft diesen Fall öfter, als er denkt — sobald eine Rechnung in Euro an einen Kunden mit Schweizer Bankverbindung geht, gilt automatisch die QR-Rechnung, nicht der vertraute EPC-Code.

Der Zahlteil gehört dabei nicht nur auf die Schlussrechnung. Auch eine Akontorechnung, für die ohne Abrede kein Anspruch besteht, braucht denselben Swiss QR Code mit eigener Referenz — sonst lässt sich die Teilzahlung beim Zahlungseingang nicht der richtigen Position zuordnen.

Fünf Dinge, die vor der nächsten Rechnung zu prüfen sind

  1. Trägt deine Vorlage überhaupt noch einen Swiss QR Code, oder stammt sie aus der Zeit vor Oktober 2022? Wann die Zahlungsfrist zu laufen beginnt, regelt ohnehin was das OR beim Werkvertrag wirklich sagt — der Zahlteil ändert daran nichts, er macht nur die pünktliche Zahlung wahrscheinlicher.
  2. Weißt du, ob dein Konto eine QR-IBAN oder eine gewöhnliche IBAN ist? Das entscheidet, welche Referenz zwingend ist.
  3. Berechnet dein Programm die Prüfziffer selbst, oder trägst du die Referenz von Hand ein?
  4. Gibt dein Rechnungsprogramm die Adresse strukturiert aus — Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort als getrennte Felder, nicht als eine Zeile?
  5. Rechnest du gelegentlich in Euro an einen Kunden mit Schweizer Konto? Dann prüfe, ob dafür ebenfalls eine QR-Rechnung entsteht, nicht ein EPC-Code.

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Stand 23. September 2026. Der Artikel gibt die Implementation Guidelines QR-Rechnung von SIX Interbank Clearing in der Fassung vom 24. Februar 2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Was sich als Nächstes ändert: Die strukturierte Adresse wird ab dem 14. November 2026 auch im übrigen Zahlungsverkehr verbindlich — prüfe vor diesem Datum, ob deine Zahlungsangaben durchgängig strukturiert vorliegen.

Was Zirko hier tut: Zirko berechnet die QR-Referenz samt Prüfziffer aus der Belegnummer, erkennt automatisch, ob ein Konto eine QR-IBAN oder eine gewöhnliche IBAN ist, und liefert die Adresse ausschließlich strukturiert — der veraltete Adress-Typ „K“ entsteht in Zirko gar nicht erst. Was Zirko nicht tut: die Bankverbindung selbst prüfen, ob sie beim Kreditinstitut wirklich existiert — das bestätigt nur die eigene Bank des Betriebs.

Vorschau einer Rechnung mit den Adressen beider Parteien, den Positionen der Arbeit, darunter Zwischensumme, MWST-Zeile und Gesamtbetrag — die Werte, aus denen der Zahlteil der QR-Rechnung seine Nutzlast bezieht.
Vorschau einer Rechnung mit den Adressen beider Parteien, den Positionen der Arbeit, darunter Zwischensumme, MWST-Zeile und Gesamtbetrag — die Werte, aus denen der Zahlteil der QR-Rechnung seine Nutzlast bezieht.

Häufige Fragen

Gibt es die alten roten und orangen Einzahlungsscheine noch?

Nein. Seit dem 1. Oktober 2022 ist die QR-Rechnung der einzige Zahlungsstandard der Schweiz; die Banken nehmen die alten ESR- und BESR-Einzahlungsscheine nicht mehr an. Wer noch eine alte Vorlage verwendet, stellt eine Rechnung aus, die der Kunde nicht mehr bezahlen kann.

Was ist der Unterschied zwischen IBAN und QR-IBAN?

Eine QR-IBAN trägt in Stelle 5 bis 9 eine sogenannte QR-IID zwischen 30000 und 31999 und verlangt zwingend die 27-stellige QR-Referenz — sie funktioniert nur mit dieser Referenzart und nur in Franken. Eine gewöhnliche IBAN nimmt entweder eine Creditor Reference nach ISO 11649 („RF…“) oder gar keine strukturierte Referenz. Beide Kontoarten sind für die QR-Rechnung zulässig, aber sie verlangen unterschiedliche Referenzfelder.

Woher kommt die Prüfziffer der QR-Referenz?

Aus einem rekursiven Modulo-10-Verfahren nach Anhang B der Implementation Guidelines: Die 26 Kernziffern werden aus der Belegnummer gebildet, links mit Nullen aufgefüllt, und die 27. Stelle ist die daraus berechnete Prüfziffer. Ohne korrekte Prüfziffer weist die Bank des Kunden die Zahlung zurück.

Was bedeutet die Pflicht zur strukturierten Adresse?

Seit dem 21. November 2025 akzeptieren die Banken keine neu erstellten QR-Rechnungen mehr mit der alten kombinierten Adresse (Adress-Typ „K“) — nur noch die strukturierte Adresse mit getrennten Feldern für Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort ist zulässig. Ein Rechnungsprogramm, das noch die alte Form ausgibt, erzeugt QR-Codes, die Banken zurückweisen können.

Kann ich eine QR-Rechnung in Euro ausstellen?

Ja, aber nur mit einem gewöhnlichen IBAN-Konto in CHF oder EUR bei einer Schweizer oder liechtensteinischen Bank — eine QR-IBAN lässt nur Franken zu. Die Weiche entscheidet sich am Land der IBAN: Eine Rechnung in Euro auf ein Schweizer Konto wird zur QR-Rechnung, weil das Konto die Sprache bestimmt, nicht die Währung der Rechnung.

Muss ich für ein deutsches oder österreichisches Konto auch eine QR-Rechnung erstellen?

Nein — die QR-Rechnung ist an CH- und LI-IBANs gebunden. Für ein Konto außerhalb der Schweiz und Liechtensteins in Euro gehört der europäische EPC-Zahlungscode (bekannt als GiroCode oder QR-Zahlungscode) dazu, nicht der Swiss QR Code.

Wie lang darf die Mitteilung auf der QR-Rechnung sein?

140 Zeichen für die unstrukturierte Mitteilung — genug für die Rechnungsnummer und einen kurzen Hinweis, aber keine ausführliche Erklärung. Details zur Leistung gehören auf die Rechnung selbst, nicht in dieses Feld.

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Quellen

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